Texte sind manchmal der direkteste Weg, um Informationen zu vermitteln — warum werden sie im Designprozess also so oft unterschätzt?
Im Design spricht man von „UX Writing”, wenn ein Texte die Interaktion zwischen Mensch und Maschine verbessert. Sprich: Wenn wir effektiv mit Wörtern kommunizieren, anstatt Grafiken zu verwenden.
Im Kontext eines Designprojektes werden Texte aber oft als „Content” oder „Inhalte” abgetan—als Beiwerk zur Gestaltung, als Fülltext zwischen den Grafiken. Und wenn es in einem klassischen Designprojekt um Texte geht, dann oft nur im Zusammenhang mit Buttons oder Labels.
Aber warum sollten wir Inhalte nicht in ihrer Funktion begreifen? Wir finden, dass Wörter schon zu Anfang eines Designprozesses eine entscheidende Rolle spielen müssen.
Design muss Botschaften übermitteln
„Good design is about transmitting meaning”, schreibt die amerikanische Designagentur Mucho auf ihrer Website. Es soll also im ganzen Prozess darum gehen, Informationen und Bedeutung zu übermitteln.
Auch wenn beim Design oft darüber gesprochen wird, wie etwas aussieht, geht es doch vornehmlich darum, wie es die Kommunikation von wertvollen Informationen oder Markenbotschaften ermöglicht.
Wenn potenzielle Kunden sich bei uns melden, dann ist das gewünschte Ergebnis (eine Marke, eine Website, etc.) meist nur Teil eines größeren Projektes: Sie wollen sich im Markt neu positionieren, neue Leute gewinnen, oder Investoren anlocken. Was wir für sie entwerfen existiert also nie in einem Vakuum sondern immer im Kontext eines strategischen Ziels. Unsere Designs müssen darauf hinarbeiten.
Ein Designer oder eine Designerin versteht die eigene Rolle daher idealerweise als Kommunikationsberater. Sie versetzen sich in die Lage des Marktes, der möglichen Bewerber_innen oder Investoren — und versuchen zu verstehen, welche Botschaften bei ihnen ankommen sollen. Darauf basierend kombinieren sie Wörter, Grafiken und Funktionalität.
Der Prozess beginnt mit Funktionen und Wörtern
Aus all diesen Gründen verstehen wir uns als eine Designagentur mit starkem Fokus auf Inhalte. Das heißt, dass wir Informationen und Botschaften von Anfang an mitdenken. Wir beginnen jedes Projekt mit einer Analyse, was unser Design eigentlich kommunizieren soll: Was soll die Zielgruppe mitnehmen? Wie soll es auf Nutzer_innen wirken? Welche Funktionalität steht im Vordergrund und wie können wir die Informationen darüber am besten vermitteln.
Im nächsten Schritt erstellen wir Wireframes, in denen es nicht um die Gestaltung sondern nur um die Funktionalität—und ja—die Botschaft geht, welche die Gestaltung effektiv kommunizieren soll.
Wir fangen also nicht mit Grafiken an, sondern mit dem, was das Design vermitteln soll. Dieser Prozess hilft sowohl uns als auch unseren Klienten dabei, sich besser in die jeweilige Zielgruppe hineinzufühlen. Schließlich muss am Ende des Projektes sowohl das Design als auch der Inhalt vor ihnen bestehen.
Von Anfang an Sinn ergeben
Wir finden: Diese Herangehensweise passt ganz gut zum berühmten Designethos von Dieter Rams, dass gutes Design so wenig Design wie möglich ist.
Uns ist mit der Zeit klar geworden, dass wenn wir den Designprozess mit Wörtern und Botschaften beginnen, die Ergebnisse deutlich besser werden. Wir fokussieren uns dabei auf den Nutzen von Grafiken, Fotos und Illustrationen und verwenden sie nicht zum Selbstzweck.
Ein Fokus auf Wörter, Inhalte und Botschaften ist schlussendlich auch ideal für Barrierefreiheit und SEO: Wenn wir beispielsweise eine Website entwerfen, dann starten wir mit den Informationen, die Screen Reader lesen und Web Crawler analysieren. Bilder erhalten Beschreibungen und Titel. Buttons sind nicht nur Pfeile und Blöcke mit Aufschriften wie „Mehr erfahren”. Sie kommunizieren stattdessen ihre Funktion.
Die Mozilla Foundation hat einmal erklärt, dass das Internet „größtenteils aus Wörtern” besteht. Der Grund dafür ist schlüssig: Wörter und Inhalte sind der beste Ausgangspunkt für ein Designprojekt und sie sorgen dafür, dass euer Projekt von Anfang an Sinn ergibt.